Die Löwen und das Abstiegsgespenst zermürben Deisenhofen
Wasserburg gewinnt mit 2:0 in Deisenhofen
Nicht nur beim sogenannten Trick-or-Treat, das mittlerweile so viele Kinder auch in Deutschland nach bester amerikanischer Manier verfolgen, waren an Halloween gruselige Gestalten unterwegs. Am Halloweenspieltag der Bayernliga Süd tauchten in Deisenhofen Löwen auf, die als beste Auswärtsmannschaft der Liga ihr Unwesen treiben. Dazu gesellte sich das Abstiegsgespenst, das den FC Deisenhofen nach grandiosen Jahren derzeit fest im Griff hat. Die Löwen ackerten undkämpften. Den größten Einfluss hatte am kalten, grauenNachmittag in den ewigen Weiten der DeisenhofenerSportanlage aber eine unsichtbare, aber spürbare Kraft, denn wie durch Rainer Werner Fassbinders Filmdrama spätestens seit1974 bekannt ist: „Angst essen Seele auf.“
Zu sehen war dies für die lediglich 150 Zuschauer in drei Akten. In der 50. Minute bekamen die Hausherren beim Stand von 0:0 nach einem Foul von Matthias Rauscher, der seinem Gegenspieler nach einem Einwurf in die Hacken getreten war, einen Strafstoß zugesprochen. Die Verantwortung übernahm der drittligaerfahrene Florian Schmid, den aber bei der Ausführung der Mut verließ, sodass Torhüter Lino Volkmer das Schüsschen sogar festhalten konnte. Volkmer wurde nach dem Spiel gefragt, was entscheidend gewesen sei. Ein weniger bescheidener Mensch hätte geantwortet: „Dass ich den Elfmeter gehalten habe.“ Volkmer aber sagte: „Vor allem natürlich, dass wir hinten sicher standen, dass wir die Null gehalten haben und dann nach vorne unsere Momente genutzt und unsere Offensive ins Spiel gebracht haben.“ Einen Rückstand hätten die Innstädter an diesem Tag wohl nur schwer drehen können.
Dass der Abstiegskampf Sportler verändert, zeigte sich auch in der 58. Minute. Georg Jungkunz warf ohne Grund einen Einwurf in bester Brennballmanier mit voller Wucht auf den zwei Meter entfernt stehenden Josef Stellner, wofür er von der unsicheren Schiedsrichterin Klara Sauer die Rote Karte sah, nachdem sie den Übeltäter erst noch den Konter unterbinden ließ. Die junge Unparteiische (21) war mit dem an sich harmlosen Spiel völlig überfordert und reagierte in diesem Moment komplett über. Die Deisenhofener Verantwortlichen und Spieler reagierten daraufhin ebenfalls über und explodierten förmlich. Trainer Andreas Pummer beklagte nach dem Spielneben der Entscheidung, dass seine über Jahre faire Mannschaft in dieser Saison bereits die vierte Rote Karte sah. Dies führte erauf die psychologischen Auswirkungen des unerwarteten Abstiegskampfes zurück.
Das Deisenhofener Unheil nahm in der 69. Minute endgültig seinen Lauf, als Leo Edenhofer eine flache Herangabe von Maxi Biegel ebenso ungelenk wie unglücklich ins eigene Tor bugsierte. In Unterzahl konnte Deisenhofen keine offensiven Akzente mehr setzen und Wasserburg machte in der 76. Minute durch Vinzenz Egger den Sack zu. Robin Ungerath hatte nach einem Ballgewinn von Josef Stellner quergelegt und der kurz zuvor eingewechselte Stürmer eiskalt eingeschossen. „Es war auf jeden Fall ein schwieriges Spiel, bei einem gefühlt schon immer in der Liga etablierten Gegner“, bilanzierte Lino Volkmernach dem Spiel und unterstrich dadurch die Wertigkeit des Sieges. Der Kapitän mahnt aber zugleich: „Es war heute definitiv nicht unsere beste Leistung, aber am Ende zählen die drei Punkte zum Abschluss der Hinrunde. Wir hatten teilweise Probleme, unser Spiel durchzuziehen und haben da für die nächsten Spiele vor der Winterpause noch Luft nach oben.“
Wasserburg: Volkmer, Biegel, Pollak, Brich, Rauscher (55. Stellner), Fischer, Dietrich, Köck (33. Kononenko), Voglmaier(85. Haunolder), Vieregg (73. Egger), Ungerath (89. Lechner)
Tore: 0:1 Leo Edenhofer (69., Eigentor), 0:2 Vinzenz Egger (76.)
Rote Karte: Georg Jungkunz (58., Tätlichkeit)
Schiedsrichterin: Klara Sauer (SV Mitterkreith)
Zuschauer: 150
jah






