Wasserburg holt den ersten Punkt
Löwen und der SV Erlbach trennen sich vor 563 Zuschauern mit 2:2
„Keiner braucht enttäuscht sein. Wir wollten heute anschreiben und das haben wir gemacht“, sprach Wasserburgs Trainer Florian Heller unmittelbar nach umkämpften 90 Minuten zu seinen Spielern. „Wir haben heute gegen den SV Erlbach einen Punkt geholt – und das ist etwas wert.“ Einerseits können sich die Innstädter über ihren ersten Punkt in der Bayernliga freuen, andererseits waren die Gefühle gemischt, denn sie führten bereits mit 2:0 und bis zur 88. Minute mit 2:1. Abgesehen von der Punktausbeute ist jedoch eine Erkenntnis entscheidend: Die Löwen haben erstmals den Fußball angenommen, der in der Bayernliga gespielt wird.
„Ich glaube, es war eine sehr intensive Bayernligapartie“, ordnete Erlbachs Trainer Lukas Lechner das Geschehen ein. Vor 563 Zuschauern schenkten sich beide Teams von der ersten Sekunde nichts. Zweikampf reihte sich an Zweikampf. Über die gesamte Spielzeit wurden von beiden Seiten derart viele Kopfbälle gemacht, dass das Kopfballpendel, das bereits die Gründerväter der Fußballabteilung Anno 1920 installiert hatten, eine Renaissance erfahren wird. Nach dem ganz schwachen Start in die Saison wollten die Spieler zeigen, dass sie es besser können. Bei diesem Unterfangen waren sie nicht alleine. Die Fans feierten jeden gewonnenen Pressschlag, jede herausgeholte Ecke und jede erfolgreiche Grätsche mit Applaus. Nach 14 Minuten durften sie dann auch ein Tor beklatschen. Nach einem weiten Einwurf verlängerte Jaume Rubio Gonzalez und Robin Ungerath drückte den Ball in der Mitte zum 1:0 über die Linie. Nur wenig später liefen die Löwen wie zuletzt in Kirchanschöring nach einem eigenen Einwurf in einen Konter, doch dann passierte in dieser Saison ein Novum: Der erste Torschuss des Gegners war nicht drin. Der für Lino Volkmer ins Tor rotierte Lars Lewerenz blieb lange stehen und parierte gegen Topstürmer Thomas Winklbauer (18.). Auf der Gegenseite nutzte Wasserburg seine zweite Chance. Thomas Voglmaier eroberte im Mittelfeld den Ball, schickte Dominik Köck in die Tiefe und dessen Flanke verwertete Ungerath zum 2:0 (35.).
Unmittelbar vor der Pause köpfte Winklbauer nach einem Sammereier-Freistoß den Ball ins Tor, doch der Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben. Die Hausherren hörten den Warnschuss jedoch nicht und mussten unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff doch noch den Anschlusstreffer hinnehmen. Dieses Mal zählte Winklbauers Kopfball, denn nach der Ecke von Christoph Schultz konnte er nicht im Abseits stehen. „Zum Glück machen wir vor der Halbzeit noch das 1:2. Das war ganz wichtig, sonst wäre das Spiel wahrscheinlich durchgewesen“, wusste Lechner um die Bedeutung dieses Tores. Dadurch entwickelte sich in der zweiten Halbzeit eine Wasserburger Abwehrschlacht. Erlbach drückte den Aufsteiger tief in die eigene Hälfte, wirklich gefährlich wurde es aber kaum. Die beste Chance des zweiten Durchgangs hatte Florian Grundner, der nach knapp einer Stunde nach einer Ecke aus fünf Metern über die Latte schoss. Erlbachs Druck ebbte auch nach der Ampelkarte für Sammereier nicht ab (84.). Im Gegenteil: Angestachelt auch durch eine gehörige Portion Wut über den Platzverweis wegen Meckerns rollte Angriff um Angriff auf das Wasserburger Tor. In der 88. Minute war der Ball bereits geklärt, Vinzenz Egger verlor ihn jedoch am eigenen Strafraum wieder und Winklbauer ließ eine Maßflanke von Schultz gefühlvoll über den Scheitel zum 2:2 ins Tor rutschen. „Wasserburg hat leidenschaftlich verteidigt. Es war ein bisschen Glück dabei, dass wir in Unterzahl das 2:2 machen. Am Ende des Tages ist es ein gerechtes Ergebnis“, fasste Lechner den Abend, der für die Löwen nur ein Anfang gewesen sein kann, treffend zusammen.
Wasserburg: Lewerenz, Biegel, Grundner, Brich, Fischer, Rubio Gonzalez, Simeth (87. Pollak), Köck, Voglmaier (75. Kononenko), Vieregg (66. Egger), Ungerath
Tore: 1:0 Robin Ungerath (14.), 2:0 Robin Ungerath (35.), 2:1 Thomas Winklbauer (45.), 2:2 Thomas Winklbauer (88.)
Gelb-Rote Karte: Maximilian Sammereier (84., Foulspiel und Reklamieren)
Schiedsrichter: Maximilian Riedel (FC Horgau)
Zuschauer: 563
jah







